von Meike Hickmann (Text, Fotos & Videos)

Wanderer, Mountainbiker, Jäger, Förster und Naturschützer liefern sich Revierkämpfe:
Fünf Perspektiven auf eine strapazierte Landschaft.

Sport, Wirtschaft, Umweltschutz – Es wird eng zwischen den Bäumen. Neue Sportarten erobern sich neue Räume im Wald: Downhill-Fahrer preschen mit vollgefederten Bikes querfeldein durch die Wälder. Doch Wegebau steht nur den Förstern zu – die Sprungschanzen sind illegal. Doch die Biker wollen ihren Sport genauso ausüben wie Wanderer. Für die einen gibt es ein großes Angebot, für die anderen nicht. Aber sehen wir den Wald vor lauter Ansprüchen noch?

Denn eines wollen alle: Holzmöbel, Papier, Parkett. Der Wald zwischen Erholungsraum und Wirtschaftsfaktor: Wie Mountainbiker, Wanderer, Förster, Jäger und Naturschützer den Wald für sich beanspruchen – und warum. Eine Multimedia-Reportage in fünf Kapiteln.

Wem gehört der Wald?

Fast die Hälfte des Waldes in Deutschland befindet sich in Privateigentum. Bei einem Körperschaftswald handelt es sich um Wald, der Körperschaften des öffentlichen Rechts gehört, wie Gemeinden und Städten oder auch Universitäten.

11,4 Millionen Hektar

Knapp ein Drittel von Deutschland sind mit Wald bedeckt: insgesamt 11,4 Millionen Hektar (114.000 Quadratkilometer). Hessen und Rheinland-Pfalz sind mit 42 Prozent Wald die waldreichsten Bundesländer.

Zu siebt ein Hektar Wald

In Deutschland kommen sieben Einwohner auf einen Hektar Wald. Im Vergleich: Österreich kommt auf zwei Einwohner pro Hektar, Frankreich auf vier – in Finnland sind es 0,2.

Kapitel 1: Die Wanderer

Der Odenwaldklub schreibt sich mit „k“. Es gibt ihn ja auch schon seit 1882, hervorgegangen aus der Wandervogelbewegung. Gibt es eine neue Wanderbewegung? Denn Outdoor liegt im Trend. Helmut Hahn und Fritz Müller sehen viele Menschen im Wald. Besonders hier, am Böllenfalltor, wo Darmstadt eine Baumgrenze hat. Aber Wandern hat sich verändert. „Die Leute brauchen keinen mehr, der vorne weg läuft“, sagen sie. Die haben ja jetzt alle GPS.

„Die Leute brauchen keinen mehr, der vorne weg läuft“

Helmut Hahn und Fritz MüllerWanderer

Aber das ist nicht alles. Fritz Müller ist sich sicher, dass die Veränderung auch etwas mit anderen Ansprüchen zu tun hat. Ein steiler Pfad führt hinunter zum Teich. Ein Ast neigt sich bis zur Oberfläche, die Sonne glitzert durch zwei Blätterdächer. Das Wasser, ein Spiegel des Waldes. Das sei der Goetheteich, erklärt Fritz Müller, obwohl Goethe ja nie hier gewesen ist. Er wird es noch einmal auf dem Rückweg erzählen. Die Menschen, die mit dem Odenwaldklub wandern, seien an Information interessiert. „Die Jüngeren, die wollen mehr geboten bekommen als Beschaulichkeit“, sagt er.

Wie die Mountainbiker. Die zwei Wanderer ärgern sich über die Gruppen, die an ihnen vorbeirast. Ständig komme da jemand runtergeprescht. „Sie können ja ihr Stück im Wald haben, auf dem sie richtig gefordert werden, aber nicht auf unseren Wegen!“, sagt Müller. Er misst die Breite eines uralten Baums mit den Armen. Es sieht aus, als sei der dicke Stamm ein alter Freund. Ein paar Schritte weiter bewundert er ein Spinnennetz. Auf diese kleinen Dinge komme es an.

Helmut Hahn und Fritz Müller hätten gern die Zwei-Meter-Regel für Radfahrer in Hessen gehabt. „Auf schmalen Pfaden haben die doch nichts zu suchen“, sagen sie. Ein paar Minuten später quietscht die Scheibenbremse, ein Helm, dessen Visier das komplette Gesicht des Fahrers verdeckt, verschwindet so schnell zwischen dem Grün, wie er aufgetaucht ist. Gab es denn schon mal einen Unfall, bei dem ein Mountainbiker einen Wanderer verletzt hat? Hahn und Müller denken lange nach, aber ihnen fällt keiner ein – und tatsächlich ist bisher kein Vorfall bekannt.

Die Bäume öffnen sich, ein Blick bis zum Horizont, Äste wie ein Tor zur Stadt. Der Odenwald hat einige Premium-Wanderwege. Die Auflagen dafür sind nicht leicht zu erfüllen. Gastronomie muss es geben, Sehenswürdigkeiten, Ausblicke wie diesen. Und ein bestimmter Anteil muss über Waldboden führen. Immer wieder passiert es, dass Holzernte-Maschinen einen Weg zerstören. Sie stellen ihn zwar wieder her – nur leider auch manchmal mit Schotter. Der Odenwaldklub Darmstadt würden gerne eine Glühwürmchenwanderung anbieten, nachts im Wald. Das begeistere bestimmt auch Jüngere, überlegen die beiden Wanderfreunde auf dem Rückweg. Ob das Wild dann nicht gestört wird? „Ach was, das versteckt sich einfach“, sagt Fritz Müller und winkt ab.

Jäger sehen das allerdings ganz anders.

98
der Waldfläche sind in Deutschland begehbar.
28
Besuche stattet der Durchschnittsbürger pro Jahr dem Wald ab.
62000
Kilometer Fuß-, Reit- und Radwege erschließen den Wald.

Kapitel 2: Die Mountainbiker

Timo Gutzeit tritt kräftig in die Pedale, bei Bensheim geht es steil in den Wald. Zur Linken fällt der Hang ab in eine Schlucht. „Da habe ich so mit 14 meine ersten Trails gebaut“, sagt er und es klingt ein bisschen liebevoll. Heute weiß er, dass das nicht erlaubt war. Noch ein paar Höhenmeter und ein Holztor spannt sich über einen Pfad. Daneben: Schilder. So viele und so große, dass sie mit jedem Wanderparkplatz mithalten können. Das häufigste an der Strecke: Ein Verbot für Reiter, Wanderer – und Mountainbiker. Der rote Strich geht genau durchs Vorderrad. Um den Fuchstrail befahren zu dürfen, muss man Vereinsmitglied sein. Erdhügel, Sprungschanzen, Steilwandkurven – alles selbst gebaut, alles legal.

Foto: Meike Hickmann

"Wir hatten erst sechs, sieben Kamikaze-Sprünge hier im Wald."

Timo GutzeitMountainbiker

Das war nicht immer so: „Wir hatten erst sechs, sieben Kamikaze-Sprünge hier im Wald“, erzählt Timo Gutzeit. Der damals illegalen Strecke drohte die Zerstörung. Also die Vereinsgründung – die Mountainbiker wurden eine Gruppe des Rad-Touristik-Clubs Bergstraße-Odenwald. Der hatte damals 30 Mitglieder. Die Abteilung Mountainbike hat heute 340. Wie viele Mountainbiker es in der Region gibt, ist nicht zählbar. Aber klar ist – es werden immer mehr, mit den E-Bikes boomt die Branche in Deutschland. Biken – ein „Mega-Trend“, nennt es Timo Gutzeit.

Oben am Traileingang scheinen die Downhill-Räder mit den Reifen zu scharren. Ein kräftiger Pedaltritt, der Kettenlauf surrt, Stille im Flug, das Seufzen der Federgabel. Manche Sprünge sind ein Meter Hoch, andere zwei Meter weit. Eine Strecke, die die meisten Menschen nicht hinunter laufen würden. Am Ende stehen drei Holzstege, den Hang darunter wird man mehr runterfallen als fahren. Bisher gab es noch keinen Unfall eines Vereinsmitglieds – aber acht, die gar nicht hätten fahren dürfen.

Foto: Meike Hickmann

Die nächsten legalen Abfahrtsstrecken sind im 50 Kilometer entfernten Bikepark Beerfelden. Dazwischen liegt der Melibokus. Ein Berg mit durchaus steilen Pfaden und dem „Geo-Naturpark“. Hier gilt: Gemeinsame Wege für Radfahrer und Wanderer. Timo Gutzeit hält das an einigen Stellen für „saugefährlich“. Außerdem seien das nun mal keine Strecken für Fahrer mit 140 Millimeter Federweg – und davon kennt er schon mal 340. „Man kann die Entwicklung doch nicht einfach verschlafen“, sagt er. Wo es kein Angebot gibt, wachse der Wildbau.

Timo Gutzeit blickt auf die hohen, geraden Stämme am Streckenende, daneben Baumstümpfe. Vor kurzem waren hier Fällarbeiten. Trotzdem liegt nicht ein Holzspan auf dem Pfad. „Wir haben hier ein tolles Miteinander“, sagt er. Anders als in Darmstadt. Seit 20 Jahren gibt es da Streit um die sogenannte „Rinne“ am Schloss Frankenstein. Timo Gutzeit hat „seinen“ Förstern inzwischen ein Fuchstrail-Trikot geschenkt.

Illegale Trails

50 illegale Trails gibt es ungefähr allein im Bezirk Darmstadt

Umfrage – Wer fährt wie oft

3,7 Millionen Menschen gaben bei einer Umfrage an häufig Mountainbike zu fahren, 11,28 Prozent weitere ab und zu fahren – zusammen 19 Prozent der Bevölkerung.

Legale Biketrails in der Region

Sprünge, steile Hänge, enge Kurven – hier ist es offiziell erlaubt: Das sind die Bikeparks und Flowtrails der Region. Was auffällt: Die meisten sind 40 Kilometer und mehr voneinander entfernt. Viele Möglichkeiten den Sport legal auszuüben gibt es noch nicht.

Kapitel 3: Die Jäger

Gerd Bauer steht am Wanderparkplatz „Roter Stein“ und zeigt sein Revier. Nördlich und südlich von Bad Schwalbach und dieser Streifen hinter dem Feld. Stadt, Wild, Feld. Das Feld füttert das Wild, die Stadt löst das aus, was der Jäger „Freizeitdruck“ nennt. Er kann ja verstehen, dass die Hundebesitzer ihren Hund morgens vor der Arbeit nochmal ausführen wollen. Aber frustrierend sei es schon, wenn man im Winter fünf Stunden bei minus zehn Grad ausharre und nur Hunde sehe.

„Vielen Jägern geht es mehr darum, Wild zu sehen, als zu schießen.“

Gerd BauerJäger

In Abstand weniger hundert Meter sind Hochsitze über die Landschaft verstreut. Hoch über abgeernteten Stoppeln. „Dieses Jahr ist der Ernteschock besonders früh“, sagt der Jäger und schultert Gewehr und Rucksack. Die Sonne hängt tief über den Wipfeln. Der Ernteschock entsteht, weil die Landwirtschaft das Wild füttert. Der Nachwuchs richtet sich nach dem Nahrungsangebot. Ist das Getreide weg, suchen sich die Rehe ihr Essen im Wald. Ihre Leibspeise: Jungbäume und Rinde. Gerd Bauer steigt die Leiter hoch, lehnt das Gewehr gegen das verwitterte Holz.

Die Abschussquoten richten sich nach den Waldschäden. Aber die werden auch nicht immer überall erfüllt. „Vielen Jägern geht es mehr darum, Wild zu sehen, als zu schießen“, sagt Gerd Bauer. Die Jagd, eine romantische Angelegenheit und ein notwendiger Eingriff – der Mensch ist in der Natur nicht mehr rückgängig zu machen. Die warme Luft liegt schwer über dem Feld, ein Hund zockelt daher, eine Frau folgt. Wo immer jemand vorbei läuft oder fährt, gewöhne sich das Wild an Menschen.

Fahrradfahrer, die die Wege verlassen, seien aber ein Problem. Es gebe ein Betretungsrecht im Wald – aber kein Befahrungsrecht. „Die stören das Wild in ihren Ruhezonen“, sagt Gerd Bauer. Klar, man könne Bikeparks bauen, hier einen, dort einen – aber wann reicht es den Sportlern? „Das Wegenetz darf nicht immer engmaschiger werden“, sagt er. Eine Zwei-Meter-Regel für Radfahrer vertritt er nicht. „Damit ist der Wald ja gesperrt“, sagt er. Aber er ist für Nummernschilder – der Förster könne den Bikern ja schlecht hinterher rennen.

Ein zierliches Reh stakst aus der Böschung. Gerd Bauer hebt das Fernglas. Er wird nicht schießen – es könnte eine Geiß mit Kitz sein. Es verfällt in einen lockeren Trab, kommt bis auf 50 Meter heran, kratzt sich am Ohr. „Ich dachte, wir sehen heute nur sieben kleine Hunde“, sagt Gerd Bauer. Das Reh verschwindet im Wald.

Kapitel 4: Die Förster

Ralf Bördner nutzt einen schnurgeraden Weg durch den Wald, eine Zwei-Meter-Schneise. Hinter den Reifen wirbelt eine Staubwolke. Eine Spaziergängerin schaut nicht gerade begeistert. Der Förster versucht sich nicht zu ärgern. „Dieselben Menschen, die nach Feierabend Erholung im Wald suchen, gehen sich samstags Holzstühle bei Ikea kaufen“, sagt er, während er über den Schotter holpert. Ihm wurden schon Beulen ins Auto getreten.

„Ob es um Spaziergänger, Mountainbiker oder Geo-Cacher geht – natürlich haben alle einen berichtigten Nutzungsanspruch.“

Ralf BördnerFörster

Das häufigste Wort, das Ralf Bördner benutzt, wenn es um den Wald geht, ist „legitim“. Ob es um Spaziergänger, Mountainbiker oder Geo-Cacher geht – „natürlich haben alle einen berichtigten Nutzungsanspruch“, sagt er und klingt dabei gleichsam diplomatisch wie amtlich. Aber auf den Satz muss ein „Aber“ folgen: „Die Holzernte finanziert auch die Infrastruktur im Wald“. Die, die immer mehr Menschen nutzen wollen.

Er versteht, dass sich Leute ärgern, wenn Wanderwege von großen Holzerntemaschinen zerstört werden. Aber es sei nun mal notwendig – der Holzverbrauch müsse irgendwie gedeckt werden. Die Holzernte kommt der Nachfrage in Deutschland nicht nach, es muss importiert werden – aus Ländern, in denen vielleicht nicht unter einem Nachhaltigkeitssiegel geerntet wird. Der Wald ist nun einmal auch Wirtschaftsraum und nicht nur Erholungsraum. Er steigt ins Auto, der Hannoverscher Schweißhund Eik steigt brav in den Kofferraum, Dackel Cleo muss erst überredet werden. Ralf Bördner geht mit Eik nicht jagen. Er sucht mit ihm angefahrene Tiere. Denn der Taunus ist von Schnellstraßen durchschnitten.

Der Förster muss keine 50 Meter fahren, schon sieht er den ersten illegalen Trail im Wiesbadener Stadtwald. Ein Steilhang, auf dem sich ein Pfad über Wurzeln windet. Ein paar Kilometer weiter stürzt sich der „Gravity Trail“ den Hang hinab – und zwar legal. Ralf Bördner schaut auf die bunten Tafeln, die tiefen Spurrillen und wünscht sich, das seien die einzigen abseits der Wander- und Forstwege. Aus seiner Sicht hat das legale Angebot nicht das gewünschte Ergebnis gebracht, es werden weiter Trails gebaut. Es ist wohl langweilig denselben Weg zehn Mal zu fahren, vermutet er. Sein Hobby ist Abfahrtski: „Aber ich kann ja auch nicht erwarten, dass ich das im Wiesbadener Stadtwald ausüben kann“. Also doch nicht alles gleich legitim? Im Moment gibt es deutlich mehr Wanderwege als Trails.

Foto: Meike Hickmann

Irgendwann zieht nicht mehr Grün, sondern Braun am Fenster vorbei. Hier hat das Sturmtief „Burglind“ im Januar gewütet. Ralf Bördner möchte nach seinen Eichen schauen. Ein Feld magerer Stöckchen erstreckt sich hinter einem zwei Meter hohen Drahtzaun. Vereinzelte grüne Blätter. Es ist zu trocken für den heimischen Baum. Den Wald sich selbst überlassen? „Diese Eichen würden sich niemals durchsetzen“, sagt der Förster. Dann würde hier nur Buschwerk wachsen. Auf dem Rückweg nimmt er die Asphaltstraße – der Weg ist zwar länger, aber jetzt, am Nachmittag, sind so viele Spaziergänger unterwegs. Die will er nicht alle einstauben.

Die Naturschützer

Harald Hoppe sieht das Problem in der allgemeinen „Konsumorientierung“. So nennt er es. Der Naturschützer muss keinen halben Kilometer bis zum Wald laufen. Er blickt auf einen Steilhang. Hier sei der Wald noch am naturnahsten, die Forstmaschinen kommen nicht dran. Kurz vor ihrem Ableben entwickeln Bäume die größte Biovielfalt, aber die meisten werden in ihrer Jugendphase gefällt. Harald Hoppe läuft zwischen die Stämme. „Ah, den haben sie stehen gelassen“, freut er sich über ein erbärmlich aussehendes Exemplar. Die Rinde pellt sich, das Holz splittert spröde herab. Er kommt näher. Ein Spinnennetz spannt sich zwischen den Wurzeln, der Tau perlt darin. Harald Hoppe löst ein Stück Borke. Ein Käfer schlüpft aus einem Holzwurmloch.

„Die meisten Leute denken, dem Wald geht es doch wunderbar, die Bäume stehen ja noch.“

Harald HoppeNaturschützer

Harald Hoppe, UND-Sprecher des Odenwaldkreises, blickt aus seinem Fachwerkhaus in Höchst auf den Odenwald und sagt: „Die meisten Leute denken, dem Wald geht es doch wunderbar, die Bäume stehen ja noch.“ So einfach ist es aber nicht. Oben an der Bundesstraße sei eine ganze Fläche gerodet worden, ein richtiger Kahlschlag – und das im Sommer. Wem der Wald gehört? Erst einmal einigen Privatbesitzern. Sogar der Firma Bofrost gehören einige Bäume. Kurz gesagt: den ökonomischen Interessen.

Nebenan stehen Fichten in Reih und Glied. Am Boden liegen Nadeln und Tannenzapfen. Obwohl Sommer ist, kein grünes Blatt, kein frischer Halm. Forstwirtschaft wie vor 100 Jahren. Die Andeutung eines Pfads windet sich durch die Bäume. Noch jemand baut hier Wege – ganz ohne Erlaubnis. „Das ist eine Rehfährte“, sagt Harald Hoppe. Vermutlich sind auf ihr auch bald Reifenabdrücke zu sehen, so wie nebenan.

„Wenn die Biker einfach querfeldein fahren, entziehen sie sich selbst die Verhandlungsgrundlage“, sagt er. Er habe im Prinzip ja nichts gegen die Sportler – die Forderung nach schmalen, naturnahen Pfaden sei gar nicht so weit weg von den Interessen des Naturschutzes. Er wolle auch keinen Wald voller Schotterstraßen. Ein Runder Tisch, eine Karte, eine Absprache – so fänden sich schon Wege.

Harald Hoppe geht ein kleines Stück querfeldein durch den Wald. Er möchte nach einem Wespennest schauen. Harald Hoppe lächelt über das Summen im Blätterrauschen. Er wünscht sich, dass der Wald nicht länger nur der Wirtschaftlichkeit ausgeliefert ist. Wenn alles Staatswald wäre und nur dem Sachverstand der Förster unterstellt. Denn er gehört ja allen. Und alle sollten sich verantwortlich fühlen. Auch beim Holzmöbelkauf.

Wem gehört der Wald?