Test

Im Niedernhausener Tunnel gerät ein ICE in Brand – zum Glück wird der Ernstfall nur geprobt.

Eine Foto-Reportage von Lukas Görlach

Ein brennender Zug in einem knapp drei Kilometer langen Tunnel, in den Waggons verletzte Passagiere – ein Horrorszenario. Rund 450 Einsatzkräfte aus dem Rheingau-Taunus-Kreis haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag an der Großübung im Niedernhausener ICE-Tunnel teilgenommen.

Nachdem um 0.09 Uhr die Alarmierung über die Leitstelle erfolgt, wird die 15 000 Volt starke Oberleitungsspannung per Notfallerdung ausgeschaltet. Um die Einsatzkräfte nicht zu gefährden, gibt die Bahn die Strecke frei. Am Tunneleingang fangen die Feuerwehrleute an, die an der Tunnelwand deponierten Palettenloren, zu beladen. Diese dienen dem Transport von Geräten zum Zug und später von den verletzten aus dem Tunnel. Die Kollegen, die an Notausstieg 2 einsteigen, müssen erst mal 340 Stufen nach unten laufen, um an den Zug zu gelangen. Am verunglückten Zug angekommen ist die Sicht sehr schlecht. Durch eine Nebelmaschine wird, der im Ernstfall entstehende Rauch, nachgestellt. Täuschend echte Hilfeschreie tönen aus den Waggons. Durch Klopfen machen die 23 Verletzungsopfer auf sich aufmerksam. Ab jetzt gilt es das Gelernte in der Praxis umzusetzen. In vierer Teams werden die Verletzten mit Rettungstüchern und Schleifkorbtrage aus dem Zug geborgen. Anschließend werden sie mit der Lore aus dem Tunnel transportiert. Während der Übung tragen die Feuerwehrleute die neu angeschafften Langzeitatemschutzgeräte. Diese ermöglichen es den Einsatzkräften, die Einsatzzeit von 30 Minuten auf vier bis sechs Stunden zu verlängern. Gegen 2 Uhr (Winterzeit) neigt sich die Übung langsam dem Ende.

Eindrücke im Video

Schauen Sie zu, wie sich die Rettungskräfte ihren Weg durch den Tunnel bahnen. Nutzen Sie den Play-Knopf, um das Video zu starten.

“Mich haben in dieser Nacht die vielen ehrenamtlichen Helfer fasziniert. Wie sie die verletzten Passagiere aus dem Zug befreit haben und dabei mit ihrer schweren Ausrüstung stets die Kontrolle über das Geschehen hatten. ”

Lukas GörlachBildredaktion